Vorwürfe gegen Netflix: Streaming-Riese zahlt Anime-Künstlern angeblich nur das Minimum

Vorwürfe gegen Netflix: Streaming-Riese zahlt Anime-Künstlern angeblich nur das Minimum
© Netflix

Seit mehreren Jahren produziert Netflix in Kooperation mit japanischen Zeichentrickstudios auch eigene Animes. Für ihre Arbeit sollen die Animatoren allerdings nur spärlich entlohnt werden, wie ein Insider berichtet.

Dass japanische Animatoren keinen leichten Job haben, ist längst bekannt. Niedrige Löhne und lange Arbeitszeiten gehören in der Branche zur Normalität. Besonders Netflix soll davon profitieren und den Schöpfern seiner animierten Serien und Filme nur wenig Geld bezahlen. Dies behauptet zumindest Ippei Ichii, der momentan selbst an einem Projekt für den Streamingdienst arbeitet.

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Netflix: Preise wohl niedriger als bei TV-Anime

Ichii ist einer der erfahreneren Animatoren der Branche und unter anderem für sein Mitwirken an Titeln wie Baki und Little Witch Academia bekannt. Derzeit arbeitet er im Studio MAPPA gemeinsam mit Netflix an einem neuen Projekt. Worum es sich dabei handelt, bleibt geheim, dürfte aber auch allzu keine große Rolle spielen.

Auf Twitter erklärte der Zeichner kürzlich, dass die Bezahlung von Netflix unfassbar niedrig sei. So soll ein Produzent den Vorschlag unterbreitet haben, pro Schnitt 3.800 Yen zu zahlen, was umgerechnet etwa 29 Euro und dem absoluten Minimum entspricht.

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„Das normale Budget für TV-Serien liegt zwischen 3.800 und 7.000 Yen pro Schnitt. Wenn man also dieses Angebot annimmt, würde der Preis für Animatoren sinken. Wenn ihr gefragt werdet, ist es meines Erachtens nach am besten, mit 15.000 Yen (113,68 Euro) oder mehr zu verhandeln.

Um Missverständnisse zu vermeiden, muss ich dazu sagen, dass mein Problem mit Netflix zu tun hat. Bei all dem exorbitanten Kapital, das sie zur Verfügung haben, ist es ein Problem, dass sie überhaupt erst damit angefangen haben, Aufträge mit so niedrigen Löhnen zu vergeben. Möglicherweise sind die Preise sogar niedriger als bei einem TV-Anime.“

Studio MAPPA ebenfalls in der Kritik

Der Freelance-Animator Zayd reagierte fassungslos auf die Aussage von Ichii. Offenbar seien schon die üblichen 4.500 Yen pro Schnitt schlimm genug. Netflix habe nicht das Recht, weniger als den Durchschnitt zu bezahlen, schreibt er auf Twitter.

Aber nicht nur Netflix hat aktuell mit Vorwürfen zu kämpfen. Auch das Studio MAPPA, in dem erfolgreiche Serien wie Attack on Titan und Jujutsu Kaisen produziert wurden, steht in der Kritik. Vor einigen Monaten beschrieb ein Freelancer, der ehemals für die Anime-Schmiede tätig war, die dortigen Zustände als „fabrikartig“, da teilweise bis in die frühen Morgenstunden gearbeitet werden müsse. Netflix und MAPPA schweigen bislang zu den Vorwürfen.

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Seit 2018 schreibe ich als Redakteur bei shonakid.de. Bei Fragen und Anregungen kontaktiert mich auf Twitter via @the_tobson

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