Insider packt aus: So schlimm sind die Arbeitsbedingungen für Anime-Künstler in Japan

Insider packt aus: So schlimm sind die Arbeitsbedingungen für Anime-Künstler in Japan
© LEONINE Anime

Für viele gilt die Arbeit japanischer Animatoren als Traumjob. In der Realität sind die Umstände dabei jedoch eher weniger wünschenswert.

Wer gerne Animes ansieht, hat sicherlich schon einmal mit dem Gedanken gespielt, selbst eine Serie oder einen Kurzfilm zu animieren. Das ist aber nicht nur unglaublich schwierig sondern auch ziemlich zeitaufwendig, besonders dann, wenn es auf einer professionellen Ebene geschieht. In Japan, wo die Produktion von Anime als regulärer Beruf gilt, können die Arbeitsbedingungen teilweise sehr erschreckend sein, wie ein Insider berichtet.

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Animator in Japan: Ein (Alb)-Traumjob

Thomas Romain ist ein französischer Anime-Künstler, der seit 2003 in Tokio lebt und arbeitet. In einem Interview mit der Webseite Kotaku geht er darauf ein, was er an seinem Beruf liebt und wo die Schattenseiten sind. Und offenbar gibt es davon eine ganze Menge.

So sollen die Mitarbeiter der Branche nur verschwindend geringe Löhne erhalten – in den ersten paar Jahren ist es demnach praktisch nicht möglich, genügend Einkommen für den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen.

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Hinzu kommen noch die extremen Arbeitszeiten. Unbezahlte Überstunden sind keine Seltenheit und Nachtschichten sowie Arbeit an Feiertagen die Regel. Romain arbeitete sogar an seinem Hochzeitstag, was er im Nachhinein bereut. Doch anders geht es nicht: Um zu beweisen, dass man ein harter Arbeiter ist, muss man sich eben an seine Umgebung anpassen, erklärt er.

Für einige seiner Kollegen bedeutet das, fast vollständig im Studio zu leben und nur einmal die Woche in ihre Wohnungen zurückzukehren. Sie übernachten dann in Schlafsäcken oder in öffentlichen Cafés und waschen sich in Badehäusern. Viele Arbeiter sind zudem obdachlos und einsam, da sie nicht genügend Freizeit haben, um neue Leute außerhalb ihres Berufs kennen zu lernen.

Doch es gibt auch positive Seiten an der Arbeit eines japanischen Anime-Künstlers. In Romains Arbeitsumfeld sollen alle Personen – trotz anstrengender Umstände, sehr höflich und freundlich gewesen sein. Die Mitarbeiter sind sehr motiviert und besitzen eine hohe Arbeitsmoral, die auch von den Vorgesetzten wertgeschätzt wird. Wer ordentliche Ergebnisse liefert, braucht sich keine Sorgen um Arbeitslosigkeit machen, weil in der Anime-Branche stets Mitarbeiter gesucht werden. Die Aufstiegschancen sind ebenfalls hoch und ermöglichen natürlich auch ein höheres Gehalt, von dem man in Japan gut leben kann.

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