Monster: 5 Gründe, warum ihr den preisgekrönten Thriller-Manga unbedingt lesen müsst

Monster: 5 Gründe, warum ihr den preisgekrönten Thriller-Manga unbedingt lesen müsst
© Carlsen Manga

Mit Monster ist Naoki Urasawa ein Meilenstein im Thriller-Genre gelungen. Der Manga wurde mehrfach ausgezeichnet, in zahlreiche Sprachen übersetzt und hat sich alleine in Japan millionenfach verkauft. Mit Band 9 ist nun das Finale der von Carlsen Manga neu aufgelegten Perfect Edition erschienen. Wir verraten euch, warum ihr Monster im Regal haben solltet.

Kenzo Tenma arbeitet als angesehener Neurochirurg in einer Düsseldorfer Klinik in den 1980er Jahren. Eines Tages muss er sich zwischen zwei Notfällen entscheiden: Operiert er den vermeintlich wichtigeren Bürgermeister, wie es ihm die Klinikleitung aufträgt oder kümmert er sich um den schwerverletzten Jungen Johann, der mit einer Schusswunde im Kopf eingeliefert wird? Tenma rettet den Jungen, der Bürgermeister stirbt. Seine Maxime: „Jedes Leben ist gleich wertvoll“.

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Damit trifft der Japaner eine Entscheidung, die sein ganzes Leben beeinflussen wird. Nicht ahnend, dass er einer monströsen Kreatur das Leben rettet, treffen sich Jahre später wieder die Wege von Tenma und seinem mittlerweile erwachsenen Patienten. Johanns Maxime: „Nur im Tod sind alle Menschen gleich“. Langsam wird dem Neurochirurgen das Ausmaß dieses menschgewordenen Monsters bewusst. Ungeklärte Mordfälle, zu Tode verängstigte Personen: Die Fäden ziehen sich bei Johann zusammen. Und Kenzo Tenma hat zum Weiterleben dieser Bestie beigetragen.

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Wer bereits nach der kurzen Inhaltsangabe aufmerksam geworden ist, bekommt hier fünf weitere Gründe, warum er Monster bei sich im Regal haben sollte:

1. Spannung pur

Für Fans des Thriller-Genres bietet Monster wahrlich Gänsehaut. Die Handlung ist hochspannend, absolut fesselnd und äußerst komplex. Johann dicht auf den Fersen, führt Kenzo Tenmas Reise quer durch ein erst vor kurzem wiedervereintes Deutschland. Teile des Weges wird Tenma von Johanns Zwillingsschwester Anna begleitet. Auch sie weiß, welches Monster in ihrem Bruder lebt. Ihre Devise: Nur durch Johanns Tod kann der Albtraum beendet werden.

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Im Laufe des Mangas tauchen sehr viele Nebencharaktere und Schauplätze auf, die mehr und mehr Details von Johanns Vergangenheit und seiner aktuellen Überzeugung ans Licht bringen. Johanns Spur führt in ein mittlerweile geschlossenes DDR-Kinderheim und weiter nach Tschechien. Überall begegnen Kenzo Tenma verstörte, verängstigte und sich von der Verantwortung ihrer schrecklichen Taten freisprechende Menschen.

2. Kein Fantasy oder Sci-Fi: Reale Monster

Wer sich Johann irgendwann wortwörtlich als ein Monster mit Reißzähnen, roten Augen oder Krallen wünscht, der wird enttäuscht. Eine solche Verwandlung, wie im Fantasy- oder Sci-Fi-Genre gerne eingesetzt, passiert nicht. Johann ist und bleibt Mensch. Die Handlung wirkt weder abgehoben noch zu stark konstruiert, sondern ganz real. Das ist es auch, was Monster so schrecklich und verstörend macht. Das wahre Monster kristallisiert sich in Johanns skrupellosen Vorgehen, seiner manipulativen Fähigkeit und seinem unwiderstehlichen Charme. Unterschwellig ist das Monster immer in Menschengestalt da.

Monster - Review: 5 Gründe, warum ihr den preisgekrönten Thriller-Manga unbedingt lesen müsst
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3. Erwachsene Unterhaltung

Monster richtet sich an ein erwachseneres Publikum und kommt ganz ohne großes Spektakel aus. Für mich ganz klar eine richtige Wohltat unter sonst lauter furchtlosen (Kinder-)Superhelden. Bei Monster ist nichts quietschig bunt. Die Charaktere handeln wenig heroisch, sondern wie ganz normale Menschen mit Ecken und Kanten. Die Handlungsstränge von Monster sind komplex und zum Teil brutal und schockierend. Urasawas Zeichenstil zeigt das in schnörkellosen Bildern. Zu seinem Repertoire gehören auch gerne Augenschatten auf den höchst ungleichen Gesichtern der Charaktere. Die sonst in Mangas verwendete einheitlich schöne Ästhetik der Protagonisten mit ebenmäßigen Gesichtszügen gibt es bei Urasawa nicht. Monster zeigt klar, wie unterschiedlich Menschen sein können.

4. Deutschland als Schauplatz

Kenzo Tenmas Reise durch neun Bände beginnt im Düsseldorf der 1980er Jahre. Zu seinen Stationen zählen zudem Berlin, Frankfurt, München und Wiesbaden. Auch wenn die 80er und 90er Jahre bereits etwas zurückliegen, wird der Einheimische oder Tourist die ein oder andere Ecke während der spannenden Reise wiedererkennen. In einem Interview verriet Naoki Urasawa, dass ihn das düstere Deutschland des Zweiten Weltkriegs und dessen Auswirkungen im Land interessierten. Die Gestalt des blauäugigen, blonden Jungen Johann konnte er sich nur hier vorstellen.

5. Der philosophische Ansatz

Zum Schluss gibt es für die Leser eine Denkaufgabe: Werden Menschen als Monster geboren oder werden sie zu Monstern durch die Gesellschaft gemacht? In diesem philosophischen Ansatz erinnert der Manga stark an Death Note von Tsugumi Ohba und Takeshi Obata. Was ist Gut, was Böse? Sind alle Menschen gleich? Und wer ist schlussendlich das wahre Monster?

Die Erstpublikation des Mangas erschien von 1994 bis 2001 in Japan. Studio Madhouse produzierte den dazugehörigen Anime in 74 Folgen von 2004 bis 2005. Leider gibt es bis heute keine Lizenz für den deutschen Markt. Seit 2019 veröffentlicht Carlsen Manga Monster als Perfect Edition in neun Bänden*.

Dank geht an Carlsen Manga für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare!

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