Mein Nachbar Totoro – Review: Zeitloses Studio Ghibli-Abenteuer für Jung und Alt

Mein Nachbar Totoro - Review: Zeitloses Studio Ghibli-Abenteuer für Jung und Alt
© Universum Film

Mein Nachbar Totoro ist einer der ältesten sowie beliebtesten Filme von Studio Ghibli und seit Kurzem auch auf Netflix. Warum ihr den bezaubernden Anime-Klassiker dort unbedingt noch einmal sehen solltet, erfahrt ihr in der folgenden Review.

Ein Film, der die Herzen vieler Anime-Fans sofort höher schlagen lässt: Mein Nachbar Totoro erschien 1988 das erste Mal im Kino und legte den Grundstein für viele der nachfolgenden Werke aus dem damals noch recht jungen Zeichentrickstudio Ghibli. Nicht umsonst taucht die Figur Totoro noch in diversen anderen Filmen auf, befindet sich sogar auf dem offiziellen Logo der berühmten Anime-Schmiede und seit diesem Monat auch bei Netflix. Aber was macht die märchenhafte Geschichte von Hayao Miyazaki eigentlich so erfolgreich?

Die Handlung des Films wirkt auf den ersten Blick zugegebenermaßen ziemlich schlicht. Die achtjährige Satsuki und ihre kleine Schwester Mei ziehen mit ihrem Vater aufs Land, um in der Nähe von ihrer Mutter zu sein, die sich zurzeit von einer schweren Krankheit erholt. Ihr neues Zuhause ist ein heruntergekommenes Bauernhaus, welches für einige Zeit unbewohnt war. Nebenan befindet sich ein prachtvoller Wald, den die Mädchen natürlich sofort erkunden. Dabei machen sie Bekanntschaft mit einigen mysteriösen Wesen und dem sagenumwobenen Waldgeist, den großen Totoro.

Obwohl Mein Nachbar Totoro mit einer unvergleichbaren Leichtfüßigkeit erzählt wird, bekommt man schon früh den Eindruck, dass etwas mehr dahinter steckt. Wir sehen die Welt aus den Augen zwei kleiner Mädchen, ihre Abenteuerlust, ihre Logik aber auch ihre Sorgen und Ängste. Was, wenn ihre Mutter nicht wieder gesund wird? Diese Frage zieht sich so intensiv durch den kompletten Film, dass man den unbekümmerten Totoro und seine fabelhaften Freunde beinahe vergessen könnte. Erst wenn der richtige Moment gekommen ist, tauchen die Waldgeister wieder auf, um den Tag zu retten und die nötige Prise Fantasie hinzuzufügen, die einen Studio Ghibli-Film ausmacht.

Die kleine Mei folgt den Waldgeistern in ihr Versteck
© Universum Film

Mein Nachbar Totoro ist mehr als nur ein Zeichentrickfilm für Kinder

Die wunderschönen Landschaften, Animationen und nicht zuletzt das Design der Charaktere sind überragend. Insbesondere an der farbenfrohen Umgebung fällt auf, dass hier mit viel Liebe zum Detail gearbeitet wurde. Gleiches gilt auch für die Musik, die mal ein wenig euphorisch, dann wieder geheimnisvoll, stets die passende Stimmung vermittelt.

Auch interessant: Studio Ghibli – 10 spannende Fakten, die euch überraschen werden

Wer in Mein Nachbar Totoro eine komplexe Handlung mit tiefgreifenden Figuren sucht, wird dabei allerdings nicht fündig. Satsuki und Mei sind simpel gestrickt (kein Wunder, sie sind ja kleine Mädchen) und einen wirklichen Höhepunkt gibt es nicht. Dennoch ist der Anime nicht langweilig, im Gegenteil – das ständige Erkunden sowie die unvorhersehbaren Erlebnisse mit Totoro, welche mit einem einfach kindlichen Humor einhergehen, fesseln, und sorgen für ein ausgeglichenes Verhältnis von Fantasie und Dramaturgie.

Alles in einem ist Mein Nachbar Totoro ein unvergesslicher Film. Szenen wie beispielsweise der Moment, als Totoro neben den beiden Mädchen auf einen bizarr aussehenden Katzenbus wartet oder mit einem Regenschirm durch die Landschaft fliegt, bleiben lange in Erinnerung und dürften sogar Personen, die den Anime nie gesehen haben, bekannt sein. Ein wunderschönes Abenteuer für Kinder und Erwachsene, das selbst nach über 30 Jahren keinen Funken seines einzigartigen Charmes verloren hat.

Mehr zum Thema

Über tobson 874 Artikel
Seit 2018 agiere ich als Redakteur bei shonakid.de. Bei Fragen und Anregungen schreibt mir auf Twitter unter @shawnfiercy.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*