Great Pretender – Review: Betrügerisches Abenteuer eines Hochstaplers

Great Pretender - Review: Betrügerisches Abenteuer eines Hochstaplers
© Netflix

Lust auf eine Geschichte voller genialer Pläne und Nervenkitzel? Great Pretender zeigt die Methoden eines waschechten Hochstapler-Teams.

Im August diesen Jahres fügte der Streamingriese Netflix den Original-Anime „Great Pretender“ seinem Sortiment hinzu. Mit deutscher Vertonung und einem farbenfrohen Trailer, ging die Serie ohne große Erwartungen an den Start. Doch was unter dem vielfältigen Katalog an Neuerscheinungen leicht übersehen werden kann, ist ein wahrer Stern am Anime-Himmel. Denn die 14 Episoden lange Geschichte birgt mehr Spannung, Humor und Tiefe, als die meisten Titel der letzten Monate.

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Darum geht es in Great Pretender

Das Abenteuer beginnt in Tokio, wo „Japans größter Schwindler“ Makoto Edamura, zusammen mit seinem Freund Kudo die Bewohner der Stadt betrügt, um über die Runden zu kommen. So verkauft er beispielsweise nutzlose Wasserfilter an unwissende Menschen, denen er zuvor noch erzählt hat, dass Grundwasser sei verunreinigt. Als er jedoch eines Tages einem Ausländer den Geldbeutel abluchsen will, geht alles schief. Denn der Fremde hat die volle Brieftasche kurzerhand mit einer leeren ausgetauscht und Edamura im Bruchteil einer Sekunde ausgespielt.

Erst Zuhause angekommen merkt der junge Hochstapler, was ihm widerfahren ist. Vor Wut erzürnt verfolgt er den Ausländer bis nach Los Angeles, um sich sein Geld und vor allem seine Ehre zurückzuholen. Doch in der glänzenden Stadt der Vereinigten Staaten angekommen, erfährt er, dass er es mit dem französischen Meisterschwindler Laurent Thierry zutun hat – und dieser lügt und betrügt in ganz anderen Dimensionen.

Great Pretender - Review: Betrügerisches Abenteuer eines Hochstaplers
© Netflix / Wit Studio

Ohne es zu ahnen, wird Edamura schnell in einen großen Drogendeal verwickelt, bei dem er selbst die Hauptrolle spielt. Die Ereignisse spitzen sich zu und zusammen mit Laurent und seinen Assistenten betrügt er eine kriminelle Organisation um mehrere Millionen Dollar.

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Alles andere als gewöhnlich

Schon das Konzept von Great Pretender bringt frischen Wind in die Anime-Landschaft. Die Protagonisten entleeren die Taschen unehrlicher Menschen und füllen sich dadurch ihre eigenen. Dabei wird der Plan meist von vornherein ausgeklügelt und später wieder blitzartig umgekrempelt, wenn unerwartete Situationen eintreten. So kommt es zu jeder Menge spannenden Wendungen und Plottwists.

Ausgefallen ist auch der besondere Artstyle, der sich in jeder Episode bemerkbar macht. Die Welt ist bunt und strahlt vor Dynamik. Die Produzenten Wit Studio haben sich bei jedem Frame bemüht, das Geschehen so lebendig und kraftvoll wie möglich darzustellen.

Great Pretender - Review: Betrügerisches Abenteuer eines Hochstaplers
© Netflix / Wit Studio

Besonders auffallend sind aber die westlichen Einflüsse, die der Anime transportiert. Nicht nur dass Setting vermittelt einen wenig japanischen Flair, sondern auch die kulturell unterschiedlichen Charaktere, die außerhalb von Edamura, britischer, französischer und irakischer Herkunft sind. Daneben erinnert vor allem die Art des Storytellings, aber auch die musikalische Untermalung an typische Hollywoodstreifen. Diese besteht hauptsächlich aus Jazz und englischen Popsongs. Dadurch hat es sogar ein weltberühmter Freddy Mercury Song ins Ending geschafft.

Ironie des Schicksals

Was den Zuschauer aber am Fernsehen behält, sind die Geschichten der einzelnen Persönlichkeiten. Die Truppe des Hochstaplers Laurent besteht aus vier Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber alle das Talent zum betrügen in sich tragen. In insgesamt drei Mini-Arcs wird jeder Charakter mit seiner Vergangenheit konfrontiert und bekommt neue Bürden auferlegt, die es zu lösen gilt.

Während der Fokus trotz allem stets auf Edamura liegt, behandelt die Serie Themen wie Krieg und Liebe, ohne dabei den roten Faden zu verlieren. Der Zuschauer erhält nachvollziehbare Eindrücke in das Leben der Charaktere. Obwohl Great Pretender mit diesen Hintergrundgeschichten das Rad nicht neu erfindet, lässt das schnelle Tempo der Handlung, keine Langeweile aufkommen.

Great Pretender - Review: Betrügerisches Abenteuer eines Hochstaplers
© Netflix / Wit Studio

Der Humor der Serie wird durch die Ironie des Schicksals angetrieben. Der Ironie, dass Edamura dem Schwindel abschwören möchte, aber immer wieder in weitere Probleme hineingezogen wird. Er lügt seine Mitmenschen an um einer Situation zu entgehen, bewirkt dadurch aber das Gegenteil. Und dann ist da natürlich noch Laurent, der seinen Helfer immer für neue Pläne gebrauchen kann.

Am Ende des Tages besteht jeder Arc aus einer Achterbahn der Gefühle. Denn trotz der Tatsache, dass Great Pretender für viele gute Lacher zu haben ist, sind es die emotionalen Momente, welche die Entwicklung der Serie vorantreiben. Daneben sind fesselnde Momente aus Spannung und Nervenkitzel in jeder Episode vorhanden. Der Anime ist zwar kurz und fühlt sich auch so an, kann aber genau deswegen ein langweiliges Wochenende aufwerten. Wer ein gelungenes Netflix-Original sucht, dass alles hat, was eine interessante Story benötigt, der ist mit Great Pretender gut bedient.

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