Netflix – Wie der Streaming-Gigant den Anime-Markt überrumpelt

Netflix - Wie der Streaming-Gigant den Anime-Markt überrumpelt

Netflix sitzt bereits als größter Video-on-Demand-Service auf dem Thron. Nun mit geebnetem Weg in Richtung Anime-Serien plant der Streaming-Riese seine nächste Expansion.

Wirft man einen Blick auf Netflix‘ Neuzugänge der letzten Wochen, so erkennt man ein klares Muster. Immer mehr Anime-Serien, davon nicht unbekannte, finden ihren Weg ins Portfolio. Zu den genannten Projekten gehören unter anderem, die gestern erschienene erste Staffel von Attack on Titan, sowie die Klassiker Death Note und Neon Genesis Evangelion oder das Comedy-Abenteuer One Punch Man uvm. Allerhand erfolgreiche Serien, von denen so mancher Konkurrent nur träumt Lizenzen zu besitzen, und Netflix ist noch lange nicht fertig mit seinem Feldzug gegen den Anime-Markt.

 

Netflix plant 2019 weitere Anime-Serien ins Boot zu holen

Schon für 2018 nahm sich der Video-on-Demand-Anbieter vor, den Fokus mehr auf Animationsserien zu lenken. Nachdem sich dieses Vorhaben als äußerst gelungen herausstellte, soll nun auch das kommende Jahr daran glauben. Vier Projekte wurden bereits angekündigt und hinsichtlich des anrückenden Streaming-Dienstes von Disney, welcher ebenfalls einige animierte Produktionen beherbergt, können wir 2019 wohl noch viele weitere Serien in dieser Richtung erwarten. Darunter werden höchstwahrscheinlich erneut eine handvoll Eigenproduktionen fallen. Eine sehr wichtige Komponente, mit der man die Konkurrenz aussticht, sind nämlich die Originale von Netflix. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist Castlevania, die auf der gleichnamigen Videospiel-Reihe basierende Animationsserie von Adi Shankar, deren 2. Staffel erst neulich anlief. Niemand anderes außer Netflix besitzt an der Serie Rechte. Und solange dem so ist, wird Castlevania nirgendwo anders als beim US-amerikanischen Streaming-Riese zur Verfügung stehen. 

Jedoch sind Eigenproduktionen teuer, weshalb ein Fehltritt verheerende Folgen für den Lizenzinhaber mit sich bringt. So stellte Crunchyroll als größte Videostreaming-Plattform für Anime, im August High Guardian Spice, eine hauseigene 2D-Serie vor, die von den Kritikern zerrissen wurde. Seitdem hörte man nichts mehr von den vier weiteren Originalen, von welchen an einigen noch im selben Jahr die Arbeit beginnen sollte. Kleineren Konkurrenten fehlen schlichtweg einfach die Mittel oder die Risikobereitschaft sich an ähnlichem zu versuchen. Ein weiterer Pluspunkt für Netflix.

Crunchyroll-Original-Serie High Guardian Spice
© Ellation Studios

Das macht Netflix so gefährlich für Konkurrenten

Wenn der Streaming-Gigant von etwas reichlich besitzt, dann ist das Geld. Geld, welches ihm ermöglicht an vielen Ecken zu experimentieren und praktisch täglich das Portfolio zu erweitern. Eben dieses ist auch der Grund dafür, dass in einem solch kurzen Zeitraum, wie dem letzten Monat, über 15 Anime-Serien bereitgestellt oder angekündigt werden konnten. Und genauso so schnell wie diese kommen, verschwinden sie auch wieder. Netflix hat den Spielraum eine Serie auf unbestimmte Dauer zu testen und dann je nach deren Erfolg zu entscheiden, ob man die Lizenz behält oder einfach wieder abtritt, ohne dafür ein hohes finanzielles Risiko einzugehen. Wo die Anime-Streaming-Dienste also erst einmal genauer hinsehen müssen, greift Netflix ungehemmt zu.

Wir dürfen gespannt sein, mit was uns Netflix zukünftig noch überrascht. Besonders in Bezug auf Anime-Serien scheinen nun harte Zeiten für kleinere Platzhalter anzustehen. Als Zuschauer allerdings, können wir froh sein, dass der erfolgreichste Streaming-Service der Welt frischen Wind auf den Anime-Markt weht und uns den Zugang zu unzähligen neuen animierten Abenteuern gewährt. 

Denkt ihr Netflix könnte die Konkurrenz bald ablösen?

Über Shawn Fierce 313 Artikel
Mein Name lautet Shawn Fierce, seit 2018 agiere ich als Redakteur bei shonakid.de. Bei Fragen und Anregungen schreibt mir auf Twitter unter @shawnfiercy.