Funimation-CEO kritisiert Marketing-Strategie von Netflix bei klassischer Anime-Serie

Funimation-CEO kritisiert Marketing-Strategie von Netflix bei klassischer Anime-Serie

Netflix weitert seinen Machtbereich in letzter Zeit immer mehr in Richtung Anime-Serien aus. Dass sich der Streaming-Riese nun auch den Titel Neon Genesis Evangelion ins Programm holt, sei laut Funimation-CEO Gen Fukunaga einfach nicht richtig.

Funimation ist aktuell der größte Filmvertrieb mit Fokus auf Anime in Nordamerika. Dass es dabei kein leichtes sein wird gegen die Konkurrenz anzukommen, war den Gründern wohl von Anfang an klar. Mit Netflix tut sich zur Zeit jedoch die größte Bedrohung auf. Der Streaming-Gigant sichert sich aktuell immer mehr große Titel, unter anderem die Anime-Serie Neon Genesis Evangelion, welche ab kommendem Jahr im Stream zur Verfügung bereit stehen soll. Wo sich die Einen freuen, ärgern sich die Anderen. Zu letzterem gehört auch der Präsident von Funimation Gen Fukunaga – er erklärte in einem Interview mit Polygon, wieso Netflix nicht der richtige Ort für derart beliebte Serien wie Neon Genesis Evangelion sei.

Der Service würde Unsummen an Geldern bezahlen und jeden Konkurrenten überbietet, dabei spiele es keine Rolle ob das ausgegebene Geld wieder als Gewinn zurückkomme, erzählte Fukunaga, kurz nachdem Netflix bekannt gab, den 90er-Anime-Hit ins Repertoire aufzunehmen. Er merkte an: „Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass wir (Funimation) die Marke viel besser vermarktet und die Serie wieder zu dem gemacht hätten, was sie einmal war.“ Laut ihm bietet der Streaming-Konzern außerdem Evangelion nicht den Service, den es verdient hätte.

 

Seine Behauptung stützt Fukunaga auf die Aussage, dass Netflix eine Plattform für alles sei und viele Produktionen in der großen Auswahl untergehen würden. „Nehmen wir einen Titel wie My Hero Academia„, sagt er und bezieht sich dabei auf die von Funimation lizenzierte, beliebte Anime-Reihe. „Wäre My Hero Academia auf Netflix erschienen, würde es neben einer beliebigen Anzahl an Titeln fallen gelassen werden und wahrscheinlich nur als Marke untergehen. Es wäre lediglich eine weitere Marke auf der Video-on-Demand- Plattform“, spekuliert der Funimation-Chef und verweist auf seine eigene Firma. „Funimation vermarktet My Hero Academia 360°, rundum, im Kino, auf iTunes, für die Xbox sowie Playstation und auf anderen Streaming-Portalen, wirklich überall. Bei Netflix hingegen, wäre der Anime einfach verloren gegangen.“

Fukunagas Befürchtungen, dass Neon Genesis Evangelion auf Netflix nicht auf lange Zeit die angemessene Aufmerksamkeit bekommt, liegen nahe. Ob seine Vorhersagen tatsächlich eintreffen werden, sehen wir jedoch erst dann, wenn die Serie dort zum Stream bereitsteht. Einen genauen Starttermin hierzu gibt es zwar noch nicht, fest steht allerdings, dass wir uns noch bis mindestens 2019 gedulden müssen.

Denkt ihr ähnlich wie Fukunaga? Könnte Netflix das Marketing für Neon Genesis Evangelion in den Sand setzen?

Über Shawn Fierce 339 Artikel
Mein Name lautet Shawn Fierce, seit 2018 agiere ich als Redakteur bei shonakid.de. Bei Fragen und Anregungen schreibt mir auf Twitter unter @shawnfiercy.

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