Sind Pachinko-Salons einfach Anime-Casinos?

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Japanische Pachinko-Spielautomaten verbinden Glück mit Geschick. Wir haben uns angesehen, was es mit den traditionellen Spielen auf sich hat.

Das Land der aufgehenden Sonne hat seine ganz eigenen Traditionen und Bräuche. Die einen wirken für uns unüblich, andere Trends werden adaptiert. Anime-Zeichentrickfilme zum Beispiel sind auch bei uns längst Kult. Auch die Harajuku-Mode ist zwar nischig, Japanfans hierzulande aber durchaus ein Begriff. Mit diesen Trends kamen dann auch die Pachinko-Spiele. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus traditionellem Spiel und Glücksspiel. Von außen betrachtet, sehen die Spiele wie einfache Spielautomaten aus. Aber was sind sie eigentlich wirklich? Wir stellen die japanischen Spiele genauer vor und erklären, warum es die Spiele in Japan überhaupt gibt. Denn Glücksspiele sind in dem Land eigentlich verboten.

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Pachinko-Spiele erklärt

Bei Pachinko-Spielen handelt es sich um Spiele, die der Unterhaltung dienen und mit einer Mechanik funktionieren, die an unsere Spielautomaten erinnern. Richtige Casinos sind in Japan aber verboten. Die Spiele tauchten erstmals in den 1920er Jahren auf und gehören mittlerweile zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Japaner. Die ersten Spiele ähnelten den Flipperautomaten, die es auch hier zulande viel gab. Gekauft wurde eine Kugel, die einen Durchmesser von etwa einem Zentimeter hatte. Diese platzierte man dann in dem Automaten und versuchte, die Kugel so hoch zu bekommen wie möglich – obwohl natürlich, wie bei unseren Flipperautomaten, viele Hindernisse im Weg lagen. Entlang des Weges konnte man außerdem Boni erhalten oder bestimmte Funktionen auslösen, die den Weg nach oben vereinfachten. Gewinnen konnten Spieler dann weitere Bälle.

Auch heute noch gibt es Pachinko-Spielhallen, in denen diese Spiele angeboten werden. Das Spiel verlagert sich aber immer mehr auf Bildschirme, so wie es sich auch mit anderen Spielen verhält. Die japanischen Spielautomaten sind ähnlich wie die Spielautomaten ohne Einzahlung, die man online finden kann, aber es gibt wichtige Unterschiede: Man kann nicht wie in einem Casino einfach nach dem Durchspielen eines Bonus oder dem Spiel mit Echtgeld eine Auszahlung beantragen, wenn das Spiel vorbei ist. Stattdessen werden die übrig gebliebenen Kugeln in Jetons getauscht. Danach muss man einen Kiosk aufsuchen, um sich dort Geld auszuzahlen. Spieler nutzen damit eine Gesetzeslücke zu ihren Gunsten. Denn Casinos sind in Japan nicht erlaubt, entsprechend auch keine direkten Bargeldauszahlungen. Tauscht man Kugeln aber gegen Jetons oder Token, können diese wiederum gegen Geld gewechselt werden. Interessant ist dabei auch, dass die Tauschkioske und die Pachinko-Spielhallen demselben Betreiber gehören. Die Behörden schauen aber darüber hinweg – vermutlich auch deshalb, weil die Spiele hohe Umsätze einbringen.

Im Vergleich zu herkömmlichen Spielautomaten sehen diese beiden Spiele zwar genau gleich aus, aber es gibt einen großen Unterschied: Bei Spielautomaten entscheidet rein das Glück, ob man gewinnt. Anders sieht es bei den Flipperautomaten aus Japan aus. Hier ist Geschicklichkeit gefragt, um die Kugel möglichst weit nach oben zu befördern. Es gibt außerdem eher kleine Gewinne, statt Mega-Booster, die Gewinne in Millionenhöhe ermöglichen.

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Wie sieht es in einer Pachinko-Spielhalle aus?

Man denkt vielleicht an ein normales Casino, in Pachinko-Spielhallen geht es aber ruhiger zu. Japaner sind ruhige Menschen, das zeigt sich auch beim Spielen. Während man in den großen Casinos von Las Vegas jeden Gewinn mit lautem Getöse feiert, verhalten sich Pachinko-Spieler eher unauffällig. Es wird weder laut gefeiert noch gesprungen. Auch Spieler am Automaten nebenan wird man nicht umarmen. Tatsächlich sagen die Japaner sogar, dass es Unglück bringt, mit seinem Nachbarn zu sprechen. Wer also je einen Pachinko-Salon besucht, sollte die Etikette im Blick haben.

Die Spielautomaten findet man mittlerweile im gesamten Land. Es lohnt sich zum Beispiel, in der Nähe von Bahnhöfen zu schauen. Hier möchte man die Menschen direkt nach Feierabend auf dem Weg nach Hause abgreifen und in die Salons locken. Das klappt tatsächlich ziemlich gut, denn die Spiele werden im ganzen Land gern gespielt. Auch online gibt es Angebote, die an die japanischen Spiele angelehnt sind. Wer also gerade keine Reise nach Japan plant, kann nach einer Online-Variante suchen.

Video-Spielautomaten vs. Pachinko-Spielautomaten

Die japanischen Spielautomaten ähneln den Spielautomaten, die wir hierzulande kennen. Auch online gibt es aber Unterschiede, die direkt ins Auge stechen. Die Spiele wurden erst in den letzten Jahren über Japan hinaus bekannt und die Spielautomaten sind von bestimmten Pachinko-Spielen inspiriert. Sie folgen aber den Regeln und dem Aufbau eines Spielautomaten. Es fällt zudem direkt auf, dass der Pachislot nur drei Walzen hat, während moderne Videoslots ganz unterschiedliche Walzensets haben. Sogar sechs oder sieben Walzen sind hier keine Seltenheit. Zusätzlich sind die Pachinko-Spielautomaten Geduldsspiele. Kleine Gewinne werden sich mit der Zeit anhäufen, es gibt aber keine Features, wie man sie von unseren Spielautomaten kennt. Weder Booster noch besondere Funktionen wird man bei den japanischen Automatenspielen finden.

Nicht jedes Pachinko-Spiel sieht aus wie einer unserer Spielautomaten. Manchmal geht es auch einfach darum, Farben zu verbinden oder Karten umzudrehen. Sie bieten trotz des einfachen Aufbaus also viel Abwechslung. Wer auf der Suche nach dem Hype aus Japan ist, sollte sich die Pachislots definitiv genauer ansehen.

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Seit 2018 schreibe ich als Redakteur bei shonakid.de. Bei Fragen und Anregungen kontaktiert mich auf Twitter via @the_tobson

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